Sandy P.Peng: »Ich wollte eine klare Botschaft an einer gut sichtbaren Stelle.«

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Sandy P.Peng ist ein internationales Tattoo-Model und Tierrechtsaktivistin aus Bregenz. Die buntbemalte Blondine war bereits auf verschiedensten Titelseiten, Plakaten oder Fotostrecken aus aller Herren Länder zu sehen und ist in der Tattoo-Szene eine fixe Größe. Doch auch in ihrem Herzensbereich „Tierschutz“ hat sie sich einen Namen gemacht. Wie bereits im letzten Jahr gibt es auch heuer wieder einen Sandy P.Peng-Kalender.

Über all das und noch vieles mehr haben wir mit ihr gesprochen. Außerdem stellt uns Sandy zwei Exemplare ihres neuen Kalenders inkl. Postkarten zur Verfügung. Diese könnt ihr gewinnen. Wie? Das erfahrt ihr auf unserer Facebookseite.

Du bist ja ein sehr erfolgreiches Tattoo-Model, wie kam es dazu?
Fotoshootings im alternativen Bereich mache ich nun seit rund sechs Jahren. Zwei Monate nach meinem ersten Shooting wurden die Bilder in einem Magazin veröffentlicht, kurz drauf folgte dann mein erstes Cover. Mittlerweile sind es über 300 Veröffentlichungen, davon etwa 30 Titelseiten weltweit, Werbeplakate vieler Tattoo Conventions und mehrere Kampagnen in Zusammenarbeit mit den bekanntesten Tierrechtsorganisationen.

Wow, das ist einen ganze Menge, warst du im Fernsehen auch schon zu sehen?
Das Modeln ist für mich eine schöne, aber auch sehr zeitintensive Freizeitbeschäftigung. Im Gegensatz zu meinen Kolleginnen habe ich Einladungen oder Jobs fürs Fernsehen, und die damit verbundene Chance (vielleicht) berühmt zu werden, immer abgelehnt. Bis auf ein paar Interviews bei Events gibt’s, soweit ich mich erinnern kann, keine „PENG-TV-Momente“.

Ah doch, da war mal was, ich war kurz in der Sendung: Hund, Katze, Maus und Tiere suchen ein Zuhause. Da ging’s aber nicht um Tattoos oder Tattoomodels, sondern um Tiere. Mit Tierrechten befasse ich mich auch schon seit einigen Jahren.

Damit sind wir bereits beim Thema: Du hast uns deinen Kalender mitgebracht, wie ist er entstanden und was möchtest du damit erreichen?
Lange habe ich mich aus verschiedenen Gründen geweigert, einen eigenen Kalender drucken zu lassen! Bis irgendwann ein Mitarbeiter von Flyerwire mit einem guten Angebot auf mich zukam. Nach einigen Tagen Überlegung habe ich mich dann doch dazu entschieden, den ersten PENG-Kalender drucken zu lassen und die Hälfte der Einnahmen ans Vorarlberger Tierschutzheim zu spenden. Ich fand für die komplette Auflage Abnehmer und spendete Anfang des Jahres dann € 1.100,- ans Tierheim. Das war echt toll!

Seit Oktober ist es möglich den zweiten PENG-Kalender zu erwerben – auch diesmal werde ich wieder 50% ans Tierheim spenden. Also Leute, kaufen, kaufen, kaufen … danke!

Seit wann ist dir Tierschutz ein großes Anliegen?
Angefangen hat’s mit Seehunden! Klingt komisch, war aber so. Bei meiner „Robben-Bilder-Recherche“ im Netz bin ich immer wieder bei den grausamen Robbenmassakern in Kanada gelandet. Die Tatsache, dass diese kleinen süßen Fellwürmer in den ersten zwei Wochen ihres kurzen Lebens, vor den Augen ihrer Mütter grausam niedergeknüppelt werden, um diese dann – für Mode – teilweise lebendig zu häuten, das hat mich bis in meine Träume verfolgt.
Ich habe mir im Netz Videos angesehen und, dass könnt ihr mir glauben, da sind viele Tränen geflossen. In dieser Zeit fasste ich dann auch den Entschluss mir das „Ink, not Mink!“ Tattoo stechen zu lassen. Heute befasse ich mich allgemein mit dem Thema Pelzindustrie, aber auch vielen anderen Themen im Bereich Tierrecht.

Aber auch hier hattest du schon große Erfolge zu verbuchen. Du warst als erster „Nicht-Promi“ Teil einer PETA-Kampagne. Wie kam’s dazu? 
Mein „Ink, not Mink!“ Tattoo, übersetzt „Tinte, nicht Nerz“, dass mir Andy von Fat Foogo 2009 gestochen hat, war der Auslöser. Ich wollte eine klare Botschaft an einer gut sichtbaren Stelle, denn dadurch hatte ich die Chance, diese Message im Zusammenhang mit meinen Bildern unter die Leute zu bringen. Mathias, mein Freund, hat mich damals auch ermutigt, ein Bild vom Tattoo an PETA zu senden. Gesagt getan.

Rund drei Monate später fiel dann auch der Startschuss für die Kampagne „Ink, not Mink!“ Ohne Scheiss, ich war soooo unglaublich stolz als erster sogenannter „Nicht-Promi“ Teil dieser Kampagne zu sein.

An welchen Kampagnen bist du sonst noch beteiligt?
Da wären z.B.:
– „Ignoranz tötet!“ Animals Liberty e.V. (Deutschland)
–  „Stop the Seal Slaughter!“ International Anti-Fur Coalition (Israel)
– „Stop dog racism“ Fair Dog (Dänemark)
– „Ink, not Mink“ Kampagne / PETA e.V. (Deutschland)
– „Rettet die Robben“ Kampagne / PETA e.V. (Deutschland)
– „Wer Pelz trägt, trägt den Tod.“ Kampagne mit Musiker Peter Maffay / Animals United e.V. (Deutschland)
– „Das Blutbad hat wieder begonnen“ Kampagne gegen Robbenmassaker / Animals United e.V. (Deutschland)
– „Rassendiskriminierung – nein danke!“ Your Dog Magazin (Österreich)

Weitere Projekte sind in Planung!

Du machst auch immer wieder mit Aktionen auf das Thema „Tierschutz“, wie zB. kürzlich in München. Wie gehts du so was an? Braucht’s da eine Genehmigung und wie sind die Reaktionen der Passanten?
Genehmigung? Nein, wir sammeln uns in großen Städten, bewaffnet mit Spraydosen und attackieren damit vorbeilaufende Passanten, aber nur die, die echten Pelz tragen! Haha, gugg mich nicht so an Chris, war ein Scherz! Alle Protestaktionen, die wir angehen sind friedlich und wurden im Vorfeld angemeldet sowie genehmigt. Mir fehlt einfach die Zeit, nach jeder Aktion ein paar Tage inhaftiert zu sein (lacht). Unsere Proteste sind provokativ in der Darstellung bzw. Inszenierung. Flyer verteilen alleine reicht heutzutage nicht mehr, dazu ist unsere Gesellschaft schon zu abgebrüht. Schaffen wir es, dass die Medien über unsere Protestaktionen berichten, erreichen wir mit einem Schlag Tausende von Menschen.
Oft gibt es böse und gehässige Bemerkungen von Pelzträgern, was anfangs nicht ganz einfach zu ignorieren war. Wir Aktivisten halten uns da völlig zurück und würden während einer Demo nie eine Person beschimpfen. Meistens aber erhalten wir tolles Feedback und viel Lob. Wir hatten kürzlich eine Aktion vor der Staatsoper in München. Da waren hunderte von Pelzträgern, glaub mir, die haben uns gehasst. Viele tote Füchse und Waschbären auf den Schultern der „besseren“ Gesellschaft, teilweise waren noch die Köpfe und Pfoten der Tiere drauf. Ekelhaft, so was zu tragen.

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Aber nicht nur von den Pelzträgern kommt Kritik – Tierrechtsaktivsten werden auch sonst gerne als „Spinner“ verunglimpft. Zweifelst du manchmal daran, dass dein Engagement was bringt?
Oh ja, Aktivisten gelten oft als Spinner und müssen sich vielen Diskussionen aussetzen. Aber wen wundert es, dass der ein oder andere Aktivist „Amok“ läuft. Beschäftige dich mal tagtäglich mit Tierqual und Unrecht, es ist hart und kann einen Menschen wirklich sehr verändern. Die Ignoranz, Gier, Herzlosigkeit vieler Menschen gegenüber Tieren, löst oft blanken Hass aus.

Fakt ist, der Mensch hat nicht das Recht Tier und Natur aus reiner Profitgier zu zerstören. Tag für Tag werden Millionen Tiere auf brutalste Weise gefoltert und gequält für: Nahrung, Unterhaltung, Experimente und Mode!
Es reicht! Aktivisten sammeln sich – werden stärker und einflussreicher. Es gibt bereits viele kleine und große Erfolge!

Ich bin nicht perfekt, aber logischerweise habe auch ich meinen Lebensstil und mein Konsumverhalten grundlegend geändert. Zurück zu deiner Frage, nein ich zweifle keine Sekunde daran, was mein Engagement betrifft.

„Nur net lugg lo“ sagt man ja bei uns. Was anderes, hast du tierische Mitbewohner?
Ja, natürlich! Wir haben zwei Fellnasen: Kater Murphy und Miezekatze Rosi.

Welche Aktionen hast du nach dem Kalender als nächstes geplant?
Mein größtes Projekt für’s nächste Jahr ist, ein paar Wochen ehrenamtlich auf einem Hof im Ausland mit Tieren zu arbeiten. Ich hätte dazu bereits eine Möglichkeit: auf einer Ranch in den kanadischen Rocky Mountains. Dafür muss ich aber noch einiges abklären bezüglich Bewilligungen, deswegen möchte ich zum jetzigen Zeitpunkt auch noch nicht näher drauf eingehen. Ansonsten irgendwas im hohen Norden. Ich liebe die wundervolle Natur in Schottland, Norwegen oder Irland.

Ist auch ein neues Tattoo in Planung?
Ja, ein Waschbär, so einen mit Panzerknackergesicht! Haha …

Da bin schon gespannt wie das Tattoo aussehen wird. Sandy, vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg bei deinen Projekten!
Vielen Dank für das Interesse! Auch euch alles Beste und viel Erfolg!

Sandy P.Peng’s Kalender kannst du über das Bestellformular auf ihrer Website ordern.

sandy p.peng_Kalender_2014Fotos: Handout Sandy P.Peng

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